WOHIN GEHT DER MENSCH?

Im Folgenden gebe ich einen kurzen zusammenfassenden Überblick über die Stufen der Bewusstseinsentwicklung, wie Pater Lassalle sie in Anlehnung an Jean Gebser in seinem Buch: „Wohin geht der Mensch?“ beschrieben hat.

Diese Stufen haben wir sowohl menschheitsgeschichtlich durchschritten als auch im persönlichen eigenen Leben von der Geburt bis zum Erwachsensein. Es wichtig, sich klar zu machen, dass ein Kind, das sich gerade beispielsweise in der magischen Entwicklungsphase befindet, eine gänzlich andere Wahrnehmung seiner Umgebung hat, als erwachsene Menschen, die meist den Kontakt zu diesen uns immanenten Phasen verloren haben oder, glücklicherweise, gerade dabei sind, sie sich zurückzuerobern.


Archaische Bewusstseinsstufe

Kennzeichnend ist die sog. Nulldimensionalität: d.h. Der Mensch (das Neugeborene) ist raumlos, zeitlos und Ich-los. (Kein bewusstes Ich, das Raum und Zeit erkennend wahrnehmen könnte); es war eine Zeit der Nichtunterschiedenheit von Mensch und All, ein ursprünglich unbewußter Einheitszustand. (Beim Säugling: „Participation Mystique“ - nach C.G.Jung).


Magische Bewusstseinsstufe

Sprung in die Ein-Dimensionalität. Symbol: Der Punkt. Der magische Mensch erlebte sich, indem er sein Umfeld, die Natur erlebte. Es gab kein Ich im Sinne eines Individuums. Stattdessen ein schlafhaftes Bewusstsein. Der Mensch konnte nur erleben, aber noch nicht denken. Er erlebte seine Wirklichkeiten schweigend. Höhlenzeichnungen aus dieser Zeit zeigen Figuren ohne Mund, aber mit einer Aura. Man vermutet, dass der magische Mensch in hohem Maße telepathisch war und ein tiefes Gespür für „Fernwissen“ hatte. (Der neue Mensch erobert sich das gerade wieder zurück!). Diese Menschen befanden sich in der Einheit mit der GROßEN MUTTER.
Natur und Leben werden zyklisch erlebt. Mondphasen, Jahreszeiten, Tod, Geburt und Wiedergeburt. Rituale und Idole sind der erste Versuch, den Gewalten der Natur etwas entgegenzusetzen. (In den alten Mutter-Gottheits-Tempeln auf den Inseln Malta und Gozo kann das gut nachvollzogen werden.)


Mythische Bewusstseinsstufe

Sprung in die Zwei-Dimensionalität. Symbol: die Linie als Kreis. Die Zeit wird immer noch zyklisch wahrgenommen. Das Bewusstsein einer eigenen Seele erwacht. Kollektive Träume führen zum Mythos. Archetypische Seelenanteile spiegeln sich in den vielen Göttern und Göttinnen. Polaritäten treten ins Bewusstsein. Tag/Nacht; gut/böse.... Alle mythischen Geschichten erzählen vom Suchen und Finden. Nachtmeerfahrten. Durch die Dunkelheit zum Licht. Die Darstellungen menschlicher Figuren haben jetzt einen Mund. Sprache, starke emotionale Schwankungen, Leidenschaft, Phantasie und symbolhafte Zeichen werden bewusst erlebt. Das bisher gelebte matriarchale Bewusstsein des Ganzen und Runden, Zyklischen weicht allmählich dem Entweder – Oder. „Entweder du gehorchst deinem Gott oder du musst sterben.“ Um die „Wahrheit“ wird gekämpft. Friede gilt als fauler Kompromiss.


Übergang zum mentalen Bewusstsein - Patriarchat

Es eröffnet sich die Drei-Dimensionalität.: Erkennen des Raumes, der Perspektive (Malerei!). Kugel, Würfel, Platonische Körper... Das Interesse an der Selbst-Erkenntnis erwacht. Platon stellte in seinem Modell des Pyramiden-Denkens noch die Einheit der bis dahin bekannten Bewusstseinsstufen dar.
Die Ideen-Welt war allerdings das Höchste und galt als befreiend. Es entstand das chronologische Denken: Zeit wird geteilt, gemessen, strukturiert. Beginn der Uhr-Zeit (Chronos). Trennung in Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft.
Athene ist der Prototyp der neuen Frau! Symbol der Vernunft, aus dem Kopf des Vaters durch Spaltung (!) entsprungen. Die Stadtfrau. Sie umgibt sich mit Helden, dient ganz dem Männlichen, entwirft Strategien und hat meist kein Mutterbewusstsein mehr, - sie verzichtet auf Kinder.
Allmählich beginnt die Wissenschaft die Götter zu ersetzen. Geistige Konzepte, Theorien und Dogmen entstehen. Auch heute noch herrscht das rationale Denken vor, welches eine defiziente Form des Mentalen darstellt. Strukturen erstarren, werden nur erhalten, um recht zu haben, nicht mehr, um den Menschen zu dienen.

Erwachen zur integralen Bewusstseinsstufe

Wir hatten zunächst das „Zeitalter der Großen Mutter“ (Unbewusste Einheit).
Es folgte das „Zeitalter des Vaters“ (Dualität und Macht), dann das des Sohnes (Überwindung der Gegensätze durch Liebe; Jesus, der Christus, legte die Samen der bedingungslosen Liebe in das Bewusstsein der Menschen). Inzwischen sind wir in das „Zeitalter des Heiligen Geistes“ eingetreten. (Wassermannzeitalter: Bewusstsein der Einheit, auch Christusbewusstsein).
Wir gelangen von der Ich–Raum–Zeit – Losigkeit zur Ich–Raum–Zeit – Freiheit.


Ergänzung

Der Weg führt in die Mitte: In die Verbindung von Himmel und Erde, von grobstofflich und feinstofflich, von männlich und weiblich: die Vereinigung der Gegensätze, aus der ein drittes Neues, das göttliche Kind oder LICHTKIND, entsteht, auch Drei-Einheit genannt. Gott-Göttin und göttliches Kind. Das sind wir. Wir kommen nach Hause.
Das waagrechte, chronologische, lineare Weltbild wandelt sich ins senkrechte Weltbild, d.h. Synchronizität der Ereignisse, analoges Geschehen, holistische Wahrnehmung, Übergang von der dritten über die vierte in die fünfte Dimension! (Wir nehmen zwei Stufen auf einmal!) Das Neue geht über unseren Verstand hinaus. Es ist ein Quantensprung des Bewusstseins in eine völlig neue Dimension. Unser Ego hindert uns noch an der Wahrnehmung dessen, was gerade vor unseren Augen geschieht.

Da ich diese Entwicklungen hinter den Kulissen seit etwa zwanzig Jahren verfolge, sehe ich mich in der Lage, hier Wegbegleitung zu sein für Menschen, die sich weiterentwickeln wollen.

„Wenn zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, dann bin ich mitten unter ihnen.“
Ich wünsche von ganzem Herzen, dass möglichst viele Samen der Liebe und des Lichtes bei uns allen, die das hören und lesen, aufgehen.